ANKH

Ankh ist die neue Lesart einer antiken ägyptischen Hieroglyphe, die einen Teil einer Sandale darstellt: der runde Kopf des Symbols ist die Schlaufe, die um das Bein herum führt, die beiden "Arme" des Symbols gehen seitlich über die Füße und der längere "Körper" des Symbols läuft vom Bein zwischen die Zehen.
Aus mehreren Gründen nannten die Ägypter diesen Teil der Sandale ´nkh (die genaue Aussprache ist unbekannt). Weil dieses Wort aus den gleichen Konsonanten besteht wie das Wort "Leben", wurde dieses Zeichen, das den bestimmten Teil der Sandale bezeichnet, gebraucht, um das Wort "Leben" zu schreiben. Das Ankh-Zeichen, das gebraucht wurde, um das Wort "Leben" zu schreiben, ist ein Phonogramm, ein Zeichen, das seines phonetischen Wertes wegen gebraucht wird. Es wurde dann so sehr mit dem Begriff "Leben" in Verbindung gebracht, dass man den Eindruck gewinnen könnte, es wurde nur gebraucht, um das Wort "Leben" zu schreiben.
Die Hieroglyphe Ankh wurde auch das Symbol für den Begriff des Lebens. Oft wird man auf ein Bild einer Gottheit stoßen, die ein langes Zepter in einer Hand hält - bei männlichen Gottheiten heißt es "Was"-Zepter und steht für die Autorität - und das Ankh-Zeichen in der anderen.
Andere Darstellungen zeigen einen Gott oder eine Göttin, die das Ankh vor die Nase des Königs halten. Leben wurde durch die Nase eingehaucht. Eine allgemeine Bitte geschlagener Feinde Ägyptens an den König war "nimm nicht den Lebensatem von unserer Nase". Dies machte die Götter und den König zu alleinigen Verteilern des Lebens im antiken Ägypten.

SKLAVEN

Entgegen allgemeinen Glaubens gab es im Alten Ägypten keine Sklaven, wie wir sie aus der Geschichte Griechenland oder Rom oder dem Amerika des Vor-20. Jahrhunderts kennen. Das ganze Konzept vom Besitz und Verkauf von Menschen wie Vieh war im Alten Ägypten unbekannt. Es gibt keine Berichte oder Dokumente, die auch nur darauf hinweisen, dass Menschen, welcher Abstammung auch immer, verkauft wurden.
Es gab Diener, aber die waren freie Menschen und kein Besitz einiger wohlhabender Leute. Sie wurden für ihr Dienste entlohnt, sie konnten Familien haben, ohne befürchten zu müssen, dass ihre Arbeitgeber ihre Kinder verkaufen würden. Ihre Kinder konnten eine Ausbildung erhalten und sich von diesem Leben oder der Dienstbarkeit frei machen.
Gefangenen, die während der Überfälle Ägyptens in Nubien und Asien hierher gebracht wurden, mußten in verschiedenen königlichen Ateliers und Werkstätten arbeiten, aber sie konnten ihre Freiheit oder die Freiheit ihrer Kinder behalten. Es war sogar möglich, dass Nachkommen solcher Gefangener hohe Positionen in der Regierung oder der Armee Ägyptens einnahmen.

Die ägyptische Regierung konnte die Bewohner des Niltales zu bestimmten Arbeiten heranziehen. Thutmosis I und Thutmosis III gaben beide ein Dekret heraus, das die Einheimischen bestimmter Gebiete verpflichtete, den Nil von Steinen und Geröll frei zu halten, um eine sichere Schiffahrt zu erlauben.
In gleicher Weise könnten die Ägypter zum Transport der Steinblöcke herangezogen worden sein, die für den Bau der Pyramiden gebraucht wurden. Dies war jedoch keine Sklaverei und kann eher mit der Wehrpflicht unserer heutigen Zeit verglichen werden.

KA

Das Ka, dargestellt durch zwei erhobene Arme, ist eine der vielen geistigen Bestandteile von Göttern und Menschen. Das Wort "Ka" wurde gemeinhin als "Lebenskraft" übersetzt in Ermangelung einer besseren Übersetzung. In der Antike mag es sich auf die "männliche Potenz" bezogen haben, aber es muß bald die Bedeutung von intellektueller und geistiger Kraft erhalten haben.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem "Ka" der Götter und der Könige einerseits und dem Ka des gewöhnlichen Volkes anderseits. Wo das Ka der Götter und Könige eine Art Individualismus darstellt, bezieht das Ka des Volkes den einzelnen auf seine Familie. Die Kas des Volkes wurden von den Vorfahren von Generation zu Generation weitergeleitet. Von alten Königtum her steht das Ka für das Doppel des Menschen, dessen Teil es ist, was ein weiteres Beispiel für den ägyptischen Dualismus sein mag. Auf vielen Reliefs z. B. im Tempel von Luxor wird das Ka als kleine Figur dargestellt, die das Ka-Symbol und den Horus-Namen des Königs auf ihrem Kopf trägt. Außer in seiner Größe und dem Emblem auf seinem Kopf kann es nicht vom König unterschieden werden.
Eine andere Darstellung des Ka des Königs ist personifizierte Standarte an einem Stab, die aus den Ka-Abzeichen und dem Horus-Namen des Königs besteht. Es scheint einen Zusammenhang zwischen dem Ka eines Königs und seinem Horus-Namen zu bestehen. Wie beim Ka des Volkes scheint das Ka der Könige eng mit dem Begriff von "Erbschaft" und "Nachfolge" verbunden zu sein.
Das Ka der Könige entstand zur selben Zeit wie sein oder ihr Körper: In Szenen, auf denen die göttliche Geburt der Hatshepsut in ihrem Tempel in Deir el-Bahari dargestellt wird, kann man sehen, wie der Gott Khnum Körper und Ka der Königin auf einer Töpferscheibe herstellt.
Das heißt jedoch nicht, dass Körper und Ka untrennbar miteinander verbunden sind. Wenn der Körper starb, verließ das Ka ihn und verband sich mit seinem göttlichen Schöpfer. Der Ausdruck "zu seinem Ka gehen" ist eine Umschreibung für "sterben". Die fortgesetzte Existenz des Ka nach dem Tod seines Körpers mußte durch Opfergaben der Nachkommen des Verstorbenen und durch die Magie der Szenen in den Gräbern gesichert werden. Das Ka reiste zwischen seiner eigenen magischen Welt und der Welt der Lebenden durch sogenannte "falsche Türen", Grabstelen, die wie Torbögen geformt und mit Beschwörungsformeln versehen waren, in denen die unzähligen Opfergaben aufgelistet waren, die das Ka täglich erhielt.

DECKELKRÜGE

Bei den Bestattungsritualen wurden die Innereien der Verstorbenen im allgemeinen nach der Einbalsamierung in vier Krügen aufbewahrt.  Diese Gefäße waren normalerweise aus Holz, Ton, Keramik, Kartonage oder Stein.
Jeder Krug war einer bestimmten Gottheit gewidmet, einem Sohn des Horus, und enthielt die einbalsamierten Teile bestimmter Organe: Der Krug mit der Leber stand unter dem Schutz von Imsety, der Krug mit der Lungen hatte Hapi als Schutzherrn, der Krug für den Magen wurde von Duamutef geschützt und die Verdauungsorgane von Qebehsenuf.Die Namen der göttlichen Schutzherren wurden oft auf die Krüge geschrieben. Die Deckel hatten manchmal die Form ihrer Köpfe: Imsetys Kopf war der eines Menschen, Hapis der eines Affen, Duamutefs des eines Hundes und Qebehsenufs der eines Falken.

Die Krüge wurden normalerweise zusammen, aber getrennt von mumifizierten Körper aufbewahrt. Im Grab des Tutankhamun wurden sie in einem kostbar gearbeiteten Schrein gefunden, der von einer Statue des Anubis bewacht wurde, in der sogenannten "Schatzkammer" neben der Begräbniskammer.

Hieroglyphen

Hieroglyphenschrift erhielt ihren Namen dadurch, dass diese Schrift in erster Linie für sakrale (griechisch hieros) Inschriften (griechisch glypho) an Tempelwänden und öffentlichen Monumenten verwandt wurde, als die Griechen nach Ägypten kamen. In der Hieroglyphenschrift werden klar unterscheidbare Bilder verwandt, um sowohl Klänge als auch Gedanken auszudrücken, und wurde von Ende der Frühgeschichte bis 396 nach Christus benutzt, als der letzte Hieroglyphentext auf die Mauern des Isistempels auf der Insel Philae geschrieben wurde.
Sie wurde auf großen Inschriften an Wänden von Tempeln und Gräbern benutzt, aber auch auf Möbelstücken, Sarkophags und Särgen und sogar auf Papyrus. Sie konnte eingemeißelt oder aufgemalt werden, und oft wurden die Zeichen in vielen Farben ausgemalt. Die Güte der Schriften konnte von sehr detaillierten Zeichnungen bis zu einfachen Umrissen reichen. 

Mumien

Bei der allerersten Erwähnung von Mumien denken wir an Altägypten. Eine Mumie ist tatsächlich ein konservierter Leichnam und auch die Bezeichnung der Konservierung von Leichnamen in anderen Kulturen. Wissenschaftler haben Mumien gefunden, die in Gletscher eingefroren waren, und solche, die in Mooren konserviert waren. Aber die bekanntesten Mumien kommen aus Altägypten. Die Menschen waren schon immer fasziniert von der Auseinandersetzung der Altägypter mit dem Tod. Es scheint, als hätten Altägypter ihr ganzes Leben damit verbracht, sich darauf vorzubereiten, und kein Ereignis ihnen wichtiger als der Tod gewesen sei.
Sie gingen so weit, dass sie glaubten, das Überleben des Körpers wäre wesentlich dafür, dass die Seele unsterblich würde. Diese Körper wurden mit ihren Lieblingsbesitztümern begraben, einer Anzahl von Nahrungsmitteln und sogar mit Modellen von Arbeitern, die für sie arbeiten sollten.
Im frühen Ägypten wurden die nackten Körper einfach in einem flachen Grab in der Wüste begraben. Der heiße, trockene Sand entzog ihm schnell die Feuchtigkeit und verhinderte so den Verfall.
Im Laufe der Zeit führte der Volksglauben zu einem würdigeren Begräbnis und einem wachsenden Anspruch an die Vorbereitung auf das Nachleben. Das Grabmal ersetzte das einfache Wüstengrab, und aus den frühen Sandbegräbnissen entdeckte man, dass der Feuchtigkeitsentzug der beste Weg war, den Körper zu konservieren. In Ägypten gab es ein ungeheuer großes Vorkommen des natürlichen Sodasalzes Natron. Wohlhabende Leute konservierten den Körper des Toten, was als Einbalsamierung bekannt ist.
Innere Organe wurden durch einen Einschnitt in der Bauchdecke entfernt und die Höhlung mit Kräutern und Wein gefüllt, das Gehirn wurde durch die Nasenlöcher entfernt. Diese inneren Organe versiegelte man in Deckelgefäßen, nur das Herz blieb im Körper. Dieser wurde siebzig Tage lang in Natronlauge gelegt (andere Quellen geben vierzig Tage an) und dann herausgenommen und mit Leinen, Kräutern und Sägemehl ausgestopft. Das gab dem Körper seine Gestalt zurück. Dann wurde er in Mullbinden gewickelt, um ihn zu festigen und wasserabweisender zu machen. Schutzamulette wurden in die Umwicklung eingebunden, der Herzskarabäus auf die Brust der Mumie gelegt. Dieser war mit religiösen Hinweisen für das Herz versehen, damit keine Probleme enstünden, wenn es vor dem Gericht des Osiris gewogen würde.
Das aufwendige Begräbnis begann im allgemeinen beim Haus des Toten. Der Leichnam, in seinem versiegelten Mumienschrein und getragen von Dienern, führte die Prozession an, dann folgten die inneren Organe in den Deckelgefäßen. Danach kamen die Familie und Freunde.
Am Eingang des Grabmals vollzog der Priester ein Ritual. Die Mumie wurde abgesetzt und besondere Gebete gesprochen, die die Sinne in den Körper zurückbrachten und ihn befähigten, im Nachleben zu essen und zu trinken. Darauf wurde die Mumie mit Natron gereinigt und das Vorderbein eines Kalbes geopfert. Dies wurde wahrscheinlich vom lebenden Kalb genommen, und man glaubte, dass es den Toten zurück zum Leben brächte, da das Bein noch einige Zeit zuckte, nachdem es dargeboten worden war.
Nun mußte die Mumie noch in die Schalen ihres Sarges gelegt und mit Opfergaben versehen werden. Die Schutzhilfen wurden an ihren Platz gelegt. Den Abschluß bildete das Versiegeln des Grabmales. 

Skarabäen

Amulette sind Ornamente, von denen geglaubt wird, dass sie ihrem Träger die Fähigkeiten verleihen, die sie darstellen. Zuerst wurden sie in Ägypten etwa 4000 vor Christus hergestellt und waren wesentliche Schmuckstücke sowohl für die Lebenden wie auch für die Toten. Der Skarabäus ist möglicherweise das bekannteste aller altägyptischen Amulette. Wegen des charakteristischen Verhaltens der Aaskäfer - den der Skarabäus darstellt - wurde er das Symbol plötzlicher Entstehung, neuen Lebens und Wiederauferstehung. Er wurde oft als Glücksbringer getragen.
 
 

Painting from the tomb of Ramses.